Chronik

Wie in jedem Verein gab es auch bei der Feuerwehr Schwaningen ein Auf und Ab, fast immer gleichlaufend mit der jeweiligen Dorf- und politischen Zeitgeschichte. Bereits vor der Gründung der FFW bestand eine nicht organisierte Hilfs- und Löschmannschaft, bestehend aus Bürgern, Knechten und Mägden.

Als im Jahre 1909 die allgemeine Wasserversorgung und somit auch Hydranten als Wasserentnahmestelle gebaut wurden, war es an der Zeit für eine organisierte Feuerwehr. Laut Protokoll vom 10. Mai 1910 wurden Xaver Schreiber, Anton Stadler, Fritz Jehle, Franz Gögler, Josef Zolg und Karl Marber in die Führungsriege gewählt. Die Wehr wurde mit 42 Mitgliedern gegründet. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Anmeldung in den Kreis- und Landesfeuerwehrverband.

Die erste große Bewährungsprobe hatte die Wehr schon im Jahr 1911, als bei einem Großbrand im Dorf 24 Häuser nieder brannten.

Das Feuer brach in den Mittagsstunden auf Grund eines schadhaften Kamins aus, es breitete sich in der damaligen Hitze und Trockenheit rasend schnell aus.

Im 1. Weltkrieg wurden die meisten Wehrmänner als Soldaten eingezogen. Auf den Krieg folgten dann die schweren 20iger Jahre (Weltwirtschaftskrise), hier ein Auszug aus dem Schriftführerbuch:

„Für die Teilnahme am Kreisfeuerwehrfest in Bonndorf haben sich 27 Mitglieder angemeldet. Der Kommandant Schreiber soll mit Sägewerksbesitzer Behringer in Wellendingen verhandeln wegen des Transports mit dem Lastauto. Die Fahrt hin und zurück (ca. 18 km) darf pro Kopf den Preis von 2000 Mark nicht übersteigen.“

Im Jahre 1926 wurde Kommandant Schreiber von seinem Bruder Herman abgelöst, der dieses Amt jedoch nur 1 Jahr versah. Ihm folgten als Kommandanten: Friedrich Stadler (1927 – 1937), Frans Blattert (1937 – 1941), Josef Maier (1941 – 1944), und ab 1944 bis Kriegsende Johann Schwarz.

Während des Krieges wurden auch junge Mädchen im Umgang mit den Hydranten und dem Verlegen der Schlauchleitungen geschult, zum Glück mussten sie nie zu einem Einsatz ausrücken.

Nach dem Krieg durfte die Mannschaftsstärke laut Besatzungsmacht nur noch 9 Mann betragen, deren Führung Karl Fischer übertragen wurde. Später wurde sie auf 15 Mann erhöht. Die wirkliche Stärke von 30 Mann wurde geheim gehalten.

1953 übernahm Fritz Marber das Amt des Kommandanten.

Einen schweren Verlust musste die Schwaninger Wehr am 10. Oktober 1959 verkraften, als bei einer Feuerwehrprobe ein Autofahrer in die Truppe fuhr. Bei dieser Tragödie fanden die Feuerwehrmänner Karl Fischer, Kurt Liebert und Heinz Schwilski den Tod.

Im Jahre Mai 1960 wurde dann das erste Jubiläum gefeiert. Zum 50 jährigen Bestehen war auch die Einwohnerschaft ins Gasthaus Adler, zum offiziellen Festakt, eingeladen. Die Feierlichkeiten wurden auf Grund der Tragödie vom Vorjahr im kleinen Rahmen gehalten. In den ersten 50 Jahren rückte die Wehr zu 12 Brandfällen im eigenen Dorf aus. Sie stand mehrmals wegen Hochwassergefahr in Bereitschaft, rückte zu einem Waldbrand aus und wurde verschiedentlich von Nachbarorten zu Hilfe gerufen, wie beim Großbrand in Fützen 1910.

1970 löste Anton Schönle den vorherigen Kommandanten Fritz Marber ab.

Unter Anton Schönle wurde ein Fest zum 65 jährigen, sowie zum 75 jährigen Jubiläum der FFW Schwaningen gefeiert.

Nach 20-jähriger Ausübung seines Amtes, übergab er dieses im Juni 1990 an seinen Sohn Peter Schönle. 1995 wurde Anton Schönle, der in unserer Wehr sehr viel bewegt hat, zum Ehrenkommandanten ernannt.  Im Frühjahr 1997 wurde mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen. Nach nur einjähriger Bauzeit und 3300 ehrenamtlich erbrachten Arbeitsstunden, wurde das neue Feuerwehrgerätehaus im Juni 1998 eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Im August 2000 legte Peter Schönle sein Amt als Kommandant nieder. Josef Gutmann, sein Stellvertreter, übernahm die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Schwaningen.

Im Jahr 2010 feierte die Wehr ihr 100-jähriges Bestehen mit einem 4-tägigen fest am Feuerwehrgerätehaus.

Im März 2016 reichte auch Josef Gutmann, nach 15 Jahren an der Spitze, sein Amt an Christoph Burger weiter. Er trat sein Amt mit einer neuen verjüngten Führung an.

Im Mai desselben Jahres feierte unsere Jugendfeuerwehr ihr 25 jähriges Bestehen. Wie wichtig unsere Jugendfeuerwehr ist, wurde bei der Aufzählung derer Kameraden klar, die bis dato von der Jugendfeuerwehr in die Aktivwehr übernommen werden konnten. Damals waren es 14 von 21 aktiven Feuerwehrkammeraden.

Mit über 200 freiwillig geleisteten Arbeitsstundenden, wurde in den Wintermonaten 2016 / 2017 der schon vorher selbstgebaute Atemschutzanhänger komplett umgebaut, um die Gerätschaften besser und praktikabler unterzubringen.

Der Tragkraftspritzenanhänger Bj. 1965 wurde im Januar 2019 durch das erste selbstfahrende Einsatzfahrzeug der Schwaninger Wehr abgelöst. Es wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug, das vorher in Bettmaringen stationiert war, nach Schwaningen verlegt. Im März des gleichen Jahres mussten die Kameraden mit dem neuen Fahrzeug auch schon zu dem jüngsten Großbrand in der Schwaninger Geschichte ausrücken. Bei Eintreffen am Einsatzort stand das ehemalige Gasthaus Adler schon fast vollständig in Flammen. Ein Übergreifen auf das Nachbargebäude konnte verhindert werden, aber die vollständige Zerstörung des Gasthauses mit nebenstehendem Schuppen war nicht mehr aufzuhalten.

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